Deutschland ist neben China und Nordkorea das einzige Land, in dem die Schulpflicht dermaßen hartnäckig durchgesetzt und sogar strafrechtlich verfolgt wird. Wer sein Kind in Deutschland nicht zur Schule schickt, macht sich strafbar. Dabei werden ausschließlich staatliche Schulen als Bildungseinrichtung für die 6-Jährigen anerkannt. Kinder, die nicht in eine solche staatliche Schule geschickt werden, müssen damit rechnen, von der Polizei abgeholt und in die Schule gebracht zu werden.
Schulpflicht in Deutschland seit 1938
Es stellt sich sehr massiv die Frage, inwieweit dieses System überhaupt tragbar ist. Die Schulpflicht wurde 1938 unter den Nationalsozialisten eingeführt und bis heute beibehalten. Dabei zeigt sich in unseren Nachbarländern ganz deutlich, wie vielversprechend Bildung außerhalb des staatlichen Schulsystems sein kann. Die Möglichkeiten reichen von demokratischen Schulen über Homeschooling bis zu Unschooling, also dem vollkommen eigenverantwortlichen Lernen des Kindes zu Hause.
Netzwerk für Bildungsfreiheit
Das Netzwerk Bildungsfreiheit möchte durchsetzen, dass die Schulpflicht auch in Deutschland abgeschafft wird und wir uns an unseren europäischen Nachbarn und Kindern auf der ganzen Welt orientieren, die ohne staatliches Schulsystem ein hohes Bildungsniveau erreichen. Nach Ansicht des Netzwerks ist die strafrechtliche Verfolgung von „Schulsündern“ sogar gesetzeswidrig: Zum einen sei Bildung in Deutschland per Gesetz frei wählbar. Dies müsste also auch für die Wahl der kindlichen Erziehung und Bildung gelten. Zum anderen habe der Staat zwar nach §7 des Grundgesetzes die Aufsicht über das Schulwesen inne, doch bedeute dies die Gewährleistung des Rechts auf Bildung für alle Menschen sowie das Verhindern von Missbrauch. Ein staatlicher Erziehungs- und Bildungsauftrag sei darin nicht begründet.
Starres und strenges saatliches Schulsystem
Nicht nur die Schulpflicht ist veraltet, auch die Methoden und vermittelten Inhalte unserer staatlichen Schulen lassen sehr zu wünschen übrig. Die Lehrer müssen sich an dermaßen strikte Lehrpläne halten, dass für eine individuelle Entfaltung der einzelnen Kinder oder auch nur eine Anpassung des Unterrichtsstoffes an die Gegebenheiten kein Raum bleiben kann. Ergebnis: ein starres und strenges Schulsystem, das den Kindern den natürlichen Spaß am Lernen nimmt, sie in ihrer Entwicklung hemmt und keinerlei Möglichkeiten bietet, die Stärken und Schwächen des einzelnen Kindes zu erkennen und zu fördern.
Schulpflicht vs. Homeschooling
Studien belegen: Homeschooling ist sinnvoll, durchführbar und effektiv. Die bekannteste Studie zum Thema ist aus dem Jahr 2001 von Patrick Basham, der kanadische Erwachsene befragte, die als Kinder zu Hause unterrichtet worden sind. Basham kommt zu dem Ergebnis, dass zu Hause ausgebildete Schüler weit besser abschneiden als ihre Altersgenossen an staatlichen Schulen und dass auch Schüler von Privatschulen den Kindern an staatlichen Schulen gegenüber einen großen Vorteil haben. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Eltern der Kinder selbst Lehrer sind oder nicht. Bezeichnenderweise sind sogar die Ergebnisse von Kindern bildungsschwacher Eltern erheblich besser als die von Schülern an staatlichen Schulen. Das heißt im Klartext, dass staatliche Schulen die Kinder schlechter ausbilden als schlecht gebildete Eltern dies tun können. Außerdem zeigen Kinder, die im Homeschooling unterrichtet worden sind, wesentlich mehr soziales Engagement und Aktivität, sehen weniger fern und sind mit ihrem Leben zufriedener.
Vorteile des Homeschoolings
Aber nicht nur das höhere Bildungsniveau spricht für die Vorteile von Homeschooling. Die Kinder verbringen auch mehr Zeit mit ihrer Familie, lernen auf natürliche Weise und in dem für sie richtigen Tempo. Außerdem bleibt genug Zeit, um die Dinge des täglichen Lebens zu vermitteln und auch Fertigkeiten zu erlernen, die in einer staatlichen Schule keinen Platz finden, wie zum Beispiel Musik oder Kunst. Erfahrungsgemäß halten sich die Kinder auch mehr im Freien auf, was sich natürlich positiv auf ihre Gesundheit auswirkt. Durch ihre Einbindung in den Haushalt lernen die Kinder außerdem Verantwortungsbewusstsein. Die Kinder können sich die Lernmethoden aussuchen, die ihnen am besten liegen und lernen außerdem mit Spaß: Lernen ist ein ganz natürlicher Vorgang und ohne Druck oder striktem Lehrplan lernen Kinder gerne. Und wer mit Spaß lernt, lernt besser, langfristiger und mehr. Außerdem lernen die Kinder beim Homeschooling nicht nur lesen, schreiben und rechnen, sondern auch die Dinge, die eine staatliche Schule nicht vermittelt, die aber im Leben mindestens genauso wichtig sind: Probleme zu lösen, selbstständig zu denken und den Weg zu finden, der für einen selbst der beste ist.
Wir kaufen Ihr Gerüst